Gerhard Altenbourg

(*1926 in Rödichen-Schnepfenthal/ Thüringen, †1989)

Altenbourg war von 1946 bis 1948 als Schriftsteller und Journalist tätig. Ab 1947 entwickelte er sein Werk in der Tradition der „Blauen Vier“ (Lyonel Feininger, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky und Paul Klee) des Bauhauses. Von 1948 bis 1950 nahm er Zeichenunterricht bei Erich Dietz und studierte an der Hochschule für „Baukunst und Bildende Kunst“ in Weimar. Danach lebte er freischaffend.

1959 nahm er an der documenta II in Kassel teil und bekam 1961 ein Gastatelier an der Akademie der Künste in West-Berlin. Wegen Übertretung der Zollgesetze der DDR wurde er 1964 zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt. 1966 erhielt er den Burda-Preis für Grafik in München, 1967 den Preis der II. Internationale der Zeichnung in Darmstadt und 1968 in Westberlin den Will-Grohmann-Preis. Altenbourg wurde 1970 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, des „Instituts für moderne Kunst“, Nürnberg und 1977 „Life Fellow of the International Biographical Association“ in Cambridge. Im selben Jahr wurden einige seiner Werke auf der documenta 6 in Kassel ausgestellt. 1981 organisierte Gunar Barthel eine Retrospektive (Werke 1949-1980) in der Galerie Oben, Karl-Marx-Stadt (DDR)/mit Katalog. Altenbourg starb 1989 in Meißen an den Folgen eines Autounfalls.

Da sich Altenbourg konsequent der offiziellen Kunstpolitik der DDR verweigerte, wurde er bis in die 1980er Jahre in seinem Wirken durch Verbot und Schließung von Ausstellungen behindert. Das Museum of Modern Art in New York erwarb bereits 1961 eine Arbeit von ihm, und die Galerie Brusberg Hannover zeigte 1969 eine Retrospektive seines Schaffens. In der DDR wurde sein Werk nur durch das Kupferstichkabinett Dresden dokumentiert, und erst zu seinem sechzigsten Geburtstag fanden Ausstellungen in Leipzig, Dresden und Berlin statt. Altenbourgs Werk umfasst über 3000 Zeichnungen und Gemälde, 1400 Grafiken, 80 Plastiken und 14 Bücher.

In Zusammenarbeit mit Thomas Ranft entstand die wichtigste Mappe „Schnepfenthaler Suite“ mit 100 Kaltnadelradierungen.